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Spricht man in tunesischen Kliniken Deutsch?

Spricht man in tunesischen Kliniken Deutsch?

Kurz gesagt: In der Regel nicht. Die Sprache der Medizin in Tunesien ist Französisch: Chirurgen werden weitgehend auf Französisch ausgebildet, und Berichte, Rezepte und Befunde sind meist auf Französisch verfasst. Im Alltag spricht man tunesisches Arabisch, in Hotels oft auch Englisch. Deutschsprachige Patientinnen und Patienten sollten die Verständigung deshalb vor der Reise klären und wissen, wer ihnen vor Ort beim Übersetzen hilft.

Für viele Menschen in der Deutschschweiz ist das ein wichtiger Punkt, und das zu Recht. Wer vor einer Operation nicht versteht, was der Anästhesist fragt oder was im Aufklärungsbogen steht, geht ein Risiko ein, das nichts mit dem Können des Chirurgen zu tun hat. Dieser Artikel zeigt ehrlich, wie die Sprachsituation aussieht und wie Sie sich vorbereiten können.

Welche Sprachen spricht man in Tunesien?

Bereich Übliche Sprache
Alltag Tunesisches Arabisch (Derja)
Medizin, Klinik, Dokumente Französisch
Hotels und Tourismus Französisch, oft Englisch, teilweise weitere Sprachen
Deutsch Vereinzelt, vor allem im Tourismus; nicht als Standard in Kliniken voraussetzen

Viele tunesische Ärzte haben einen Teil ihrer Ausbildung in Frankreich absolviert. Englisch sprechen manche gut, andere weniger. Deutsch ist im medizinischen Alltag die Ausnahme.

Wo ist die Sprache medizinisch wirklich wichtig?

Bei der Beratung und Aufklärung

Sie müssen verstehen, was gemacht wird, welche Risiken bestehen und welche Alternativen es gibt. Eine Einwilligung ist nur dann gültig, wenn Sie wissen, wozu Sie Ja sagen.

Beim Gespräch mit dem Anästhesisten

Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente, frühere Narkosen: Hier zählt jedes Detail. Bereiten Sie eine schriftliche Liste vor, idealerweise auf Französisch und Deutsch.

Nach der Operation

Schmerzen beschreiben, Übelkeit melden, Anweisungen zur Wundpflege verstehen: Auch hier sollte niemand raten müssen.

Bei den Unterlagen für die Schweiz

Operationsbericht und Austrittsbericht sind in der Regel auf Französisch. Viele Ärztinnen und Ärzte in der Deutschschweiz lesen medizinisches Französisch, aber nicht alle. Klären Sie mit Ihrem Hausarzt, ob er die Dokumente versteht, oder lassen Sie die wichtigsten Teile übersetzen.

Wie handhabt Medespoir die Verständigung?

Medespoir sagt auf der Seite Unsere Chirurgen klar, dass die Gespräche mit dem Chirurgen in der Regel auf Französisch stattfinden, und dass das Team deutschsprachige Patientinnen und Patienten bei der Verständigung unterstützt, vor der Abreise, vor Ort und in der Nachsorge. Welche Sprachen der Fahrer spricht, wird vor der Reise mitgeteilt. Fragen Sie konkret nach, wie diese Unterstützung in Ihrem Fall aussieht, bevor Sie buchen. Den Ablauf des Aufenthalts beschreibt die Seite Ihr Aufenthalt.

Fünf Wege, um Sprachprobleme zu vermeiden

  1. Nehmen Sie eine Begleitperson mit, die Französisch spricht. In der Pauschale von Medespoir sind Hotel und Vollpension für eine Begleitperson enthalten.
  2. Bereiten Sie Ihre Krankengeschichte zweisprachig vor. Medikamente mit Wirkstoffnamen, Allergien, frühere Operationen.
  3. Lassen Sie sich den Aufklärungsbogen vorab schicken und lesen Sie ihn in Ruhe zu Hause, notfalls mit einem Übersetzungsprogramm.
  4. Nutzen Sie das Gespräch vor der Abreise. Ein Austausch mit dem Chirurgen aus der Ferne kann organisiert werden; notieren Sie Ihre Fragen vorher.
  5. Verlangen Sie schriftliche Anweisungen für die Zeit nach der Rückkehr, und lassen Sie sich Unklares erklären, bevor Sie abreisen.

Ein Beispiel aus der Praxis: die Medikamentenliste

Ein häufiger Stolperstein sind Medikamente. Markennamen unterscheiden sich von Land zu Land; was in der Schweiz «Marcoumar» oder «Xarelto» heisst, kennt man in Tunesien vielleicht unter anderem Namen oder gar nicht. Schreiben Sie deshalb immer den Wirkstoff auf, die Dosis und wann Sie das Mittel einnehmen. Notieren Sie auch, was Sie vor der Operation abgesetzt haben und seit wann, insbesondere Blutverdünner, Aspirin, Hormonpräparate und pflanzliche Mittel. Eine solche Liste auf Französisch beseitigt im Gespräch mit dem Anästhesisten viele Missverständnisse, bevor sie entstehen. Ihr Hausarzt oder Ihre Apotheke kann Ihnen einen aktuellen Medikamentenplan ausdrucken; den Rest übersetzen Sie in Ruhe zu Hause.

Und wenn Sie Französisch aus der Schule können?

Das hilft mehr, als man denkt. Medizinisches Französisch ist zwar fachlich, aber viele Begriffe ähneln dem Deutschen oder Lateinischen. Ein paar nützliche Wörter:

  • douleur = Schmerz
  • allergie = Allergie
  • pansement = Verband
  • cicatrice = Narbe
  • compte rendu opératoire = Operationsbericht
  • consentement éclairé = Einwilligung nach Aufklärung

Scheuen Sie sich trotzdem nicht, um eine Übersetzung zu bitten. Höflich nachzufragen ist besser als falsch zu nicken.

Ist das ein Grund, nicht nach Tunesien zu gehen?

Für die meisten nicht, wenn die Verständigung geplant ist. Tunesien liegt nahe: Ab Genf und Basel-Mulhouse gibt es Direktflüge von rund zwei Stunden, ab Zürich je nach Saison mit oder ohne Umsteigen. Die Pauschale liegt laut Tarifübersicht rund 60 % unter dem Schweizer Niveau. Wer allerdings jede Kommunikation zwingend auf Deutsch braucht, sollte das offen ansprechen und die Antwort ernst nehmen.

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Häufige Fragen

Bekomme ich den Operationsbericht auf Deutsch?

Gehen Sie davon aus, dass er auf Französisch ist. Klären Sie vor der Reise, ob und wie Sie bei der Übersetzung unterstützt werden.

Kann ich mit dem Chirurgen auf Englisch sprechen?

Manchmal. Das hängt von der Person ab. Fragen Sie vorab nach, statt es vorauszusetzen.

Kann mein Hausarzt in der Schweiz den französischen Bericht lesen?

Viele Ärztinnen und Ärzte in der Deutschschweiz lesen medizinisches Französisch zumindest in den Grundzügen, denn Fachbegriffe sind oft lateinischen Ursprungs. Fragen Sie trotzdem vor der Reise nach. Wenn nicht, lassen Sie mindestens die Diagnose, den durchgeführten Eingriff, die Medikamente und die Empfehlungen zur Nachsorge übersetzen.

Versteht mich das Pflegepersonal in der Nacht?

Das Pflegepersonal spricht Französisch und Arabisch. Für die ersten Nächte ist eine Begleitperson mit Französischkenntnissen oder eine vorbereitete Liste mit wichtigen Sätzen besonders hilfreich.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen: Medespoir, Seiten «Unsere Chirurgen» (Abschnitt «In welcher Sprache finden die Gespräche statt?») und «Ihr Aufenthalt»; Medespoir, Tarifübersicht.

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