Schönheitschirurgie in der Schweiz 2026: Was ist neu, und was sollten Sie wissen?
Kurz gesagt: Wer sich 2026 in der Schweiz ästhetisch operieren lässt, trifft auf einen gut regulierten, aber teuren Markt: Die Grundversicherung zahlt rein ästhetische Eingriffe nicht, die Qualität hängt stark vom Facharzttitel und vom Operationsort ab, und die Nachsorge ist kurz erreichbar. Weltweit hat die Lidstraffung die Fettabsaugung als häufigsten Eingriff abgelöst, die Bruststraffung wächst am stärksten, und die Abnehmspritzen bringen neue Patientengruppen mit überschüssiger Haut in die Sprechstunden. Dieser Leitfaden beantwortet die Fragen, die Patientinnen und Patienten aus der Deutschschweiz derzeit am häufigsten stellen, von Gesicht über Brust bis Silhouette, und zeigt, was sich ändert, wenn Sie statt in Zürich oder Basel im Ausland operieren lassen.
Schönheitschirurgie ist in der Schweiz kein Randthema mehr. In jeder grösseren Stadt der Deutschschweiz gibt es Praxen und Privatkliniken, die Lidstraffungen, Brustoperationen oder Fettabsaugungen anbieten, dazu kommen die plastisch-chirurgischen Abteilungen der Kantons- und Universitätsspitäler. Gleichzeitig verändert sich das Feld schnell: neue Statistiken, neue Medikamente, neue Pflichten für Hersteller von Implantaten. Dieser Guide ordnet die Entwicklungen der Jahre 2025 und 2026 ein und beantwortet die konkreten Fragen, die vor einer Operation in der Schweiz aufkommen. Er ersetzt keine Sprechstunde, hilft aber, die richtigen Fragen zu stellen.
Inhalt
- Was sich 2025 und 2026 verändert hat
- Wie die Schönheitschirurgie in der Schweiz geregelt ist
- Was die Krankenkasse übernimmt und was nicht
- Gesicht: Lider, Nase, Facelift
- Brust: Vergrösserung, Straffung, Verkleinerung
- Silhouette: Fettabsaugung, Bauch, Po
- Abnehmspritzen und Schönheitschirurgie
- Männer in der Schönheitschirurgie
- Risiken und Warnzeichen nach der Operation
- Von der ersten Beratung bis zur Nachsorge
- Schweiz, Tunesien oder Türkei: was sich konkret ändert
- Checkliste für die Wahl
- Häufige Fragen
Was sich 2025 und 2026 verändert hat
Die wichtigsten Neuigkeiten des Fachgebiets kommen aus drei Richtungen: aus den grossen internationalen Statistiken, aus der Schweizer Regulierung von Medizinprodukten und aus der Verbreitung der Abnehmspritzen. Die folgende Übersicht fasst die belegten Entwicklungen zusammen, mit Datum und Quelle.
| Datum | Entwicklung | Was es für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| 19. Juni 2025 | Die Internationale Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (ISAPS) meldet für 2024 erstmals die Lidstraffung als häufigsten chirurgischen Eingriff, vor der Fettabsaugung. | Gesichtseingriffe gewinnen an Gewicht, oft als erster, vergleichsweise kleiner Eingriff. |
| 29. September 2026 | ISAPS-Erhebung für 2025: knapp 17,9 Millionen chirurgische und 17,3 Millionen nicht chirurgische Behandlungen in 51 Märkten; Bruststraffung mit plus 48 Prozent am stärksten gewachsen; Eingriffe an Körper und Extremitäten minus 8,9 Prozent. | Die Nachfrage verschiebt sich von der reinen Volumenvergrösserung hin zur Straffung und Formkorrektur. |
| 2025 und 2026 | Die American Society of Plastic Surgeons (ASPS) erfasst erstmals die Abnehmspritzen: 82 Prozent ihrer Mitglieder berichten von Beratungsanfragen im Zusammenhang mit GLP-1; Ober-, Arm- und Oberschenkelstraffungen nehmen zu. | Wer stark abgenommen hat, fragt häufiger nach Hautstraffungen. Die Planung braucht stabiles Gewicht. |
| 20. Dezember 2024 | Swissmedic aktualisiert die Information zu BIA-ALCL: 21 in der Schweiz entdeckte Fälle zwischen 2012 und Ende Juli 2024, geschätztes Risiko 1 zu 3000 bis 1 zu 30 000, höher bei texturierten Implantaten. | Ein seltenes, aber reales Risiko. Regelmässige Kontrollen und rasche Abklärung bei Schwellung bleiben wichtig. |
| 1. Juli 2026 | Swissmedic: Registrierungspflicht für Medizinprodukte in der Datenbank swissdamed, mit Übergangsfrist für die meisten Produkte bis 31. Dezember 2026. | Implantate, die neu auf den Schweizer Markt kommen, müssen vorab registriert sein. Das stärkt die Rückverfolgbarkeit. |
| 1. Juli 2026 | Neue Ausgabe des Anhangs 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV). Die Fettabsaugung bei Lipödem bleibt «in Evaluation» bis 31. Dezember 2028. | Die Regeln, wann die Grundversicherung zahlt, sind weiterhin eng. Rein ästhetische Eingriffe sind nicht gedeckt. |
Welcher Schönheitseingriff ist derzeit am häufigsten?
Weltweit die Lidstraffung. In der ISAPS-Erhebung für 2025 liegt sie mit mehr als 2,4 Millionen Eingriffen an der Spitze, gefolgt von Fettabsaugung, Brustvergrösserung, Bruststraffung und Bauchdeckenstraffung. Die Lidstraffung ist für viele der Einstieg: Sie wird meist ambulant in örtlicher Betäubung oder Dämmerschlaf gemacht, die Narbe liegt in der Lidfalte, und das Ergebnis wirkt frischer, ohne das Gesicht zu verändern. Für die Schweiz gibt es keine offizielle Statistik nach Eingriffen, doch die Sprechstunden in Zürich, Bern oder Basel spiegeln denselben Trend: Gesichtseingriffe werden früher und gezielter nachgefragt.
Warum wächst die Bruststraffung so stark?
Die ISAPS nennt für die Bruststraffung ein Plus von 48 Prozent, den höchsten Zuwachs aller chirurgischen Eingriffe. Mehrere Gründe kommen zusammen: Frauen nach Schwangerschaft und Stillzeit, Frauen nach starker Gewichtsabnahme und Frauen, die ältere Implantate entfernen und die Brust danach straffen lassen wollen. Gleichzeitig ist die Zahl der Eingriffe an Körper und Extremitäten zurückgegangen. Das passt zu einem Bild, das viele Chirurgen beschreiben: weniger «mehr Volumen», mehr «Form und Straffheit».
Wie die Schönheitschirurgie in der Schweiz geregelt ist
Die Schweiz hat keinen eigenen gesetzlichen Begriff «Schönheitschirurg». Grundsätzlich darf jede Ärztin und jeder Arzt mit kantonaler Berufsausübungsbewilligung operieren. Die fachliche Qualifikation erkennen Sie am eidgenössischen Weiterbildungstitel. Für ästhetische Eingriffe am ganzen Körper ist das der Facharzttitel für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Daneben operieren auch andere Fachrichtungen in ihrem Gebiet, etwa Augenärzte an den Lidern, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte an der Nase oder Gynäkologen im Intimbereich. Ob jemand den Titel trägt, lässt sich im öffentlichen Medizinalberuferegister des Bundes (MedReg) nachsehen.
Spital, Privatklinik oder Operationssaal in der Praxis: Was ist sicherer?
Sicherheit hängt weniger vom Namen des Hauses ab als von drei Fragen: Wer macht die Narkose, wie wird nach dem Eingriff überwacht, und was geschieht im Notfall? In einem Spital oder einer Privatklinik ist rund um die Uhr ein Anästhesieteam verfügbar, ein Aufwachraum vorhanden und eine Verlegung auf die Intensivstation möglich. Viele kleinere Eingriffe wie Lidstraffungen oder kleine Fettabsaugungen werden sicher in gut ausgerüsteten Praxis-Operationssälen gemacht. Bei grösseren Eingriffen, bei Kombinationen oder bei Vorerkrankungen ist eine Klinik mit Übernachtung die vorsichtigere Wahl. Fragen Sie konkret, wer die Narkose führt und ob eine Nacht vorgesehen ist.
Woran erkennt man ein seriöses Angebot?
Ein seriöses Angebot nennt den Namen des Chirurgen, seinen Titel, den Operationsort, die Art der Narkose, die Kontrollen danach und was bei Komplikationen geschieht. Es kommt erst nach einer persönlichen Untersuchung zustande und enthält eine Bedenkzeit. Vorsicht ist angebracht bei Rabatten mit Ablaufdatum, Vorher-nachher-Bildern ohne Einordnung, Pauschalen ohne Angabe des Operateurs oder dem Druck, an der ersten Beratung zu unterschreiben. Die Standesordnung der FMH verlangt von Ärztinnen und Ärzten zudem eine sachliche Information; reisserische Werbung ist ein Warnzeichen.
Welche Rolle spielt Swissmedic bei Brustimplantaten?
Brustimplantate sind in der Schweiz Medizinprodukte. Swissmedic überwacht den Markt, sammelt Meldungen über Zwischenfälle und veröffentlicht Sicherheitsinformationen, etwa zu BIA-ALCL. Seit dem 1. Juli 2026 müssen Hersteller ihre Produkte vor dem ersten Inverkehrbringen in der Datenbank swissdamed registrieren; für die meisten Produkte gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2026. Für Sie als Patientin bedeutet das vor allem: Verlangen Sie einen Implantatausweis mit Hersteller, Modell und Seriennummer und bewahren Sie ihn ein Leben lang auf. Nur so lässt sich bei einer Sicherheitsmeldung später feststellen, ob Ihr Implantat betroffen ist.
Was die Krankenkasse übernimmt und was nicht
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach KVG zahlt Behandlungen von Krankheiten, nicht Wünsche nach einem anderen Aussehen. Für die plastische Chirurgie listet Anhang 1 der KLV einige Massnahmen ausdrücklich auf. Alles, was rein ästhetisch ist, bezahlen Sie selbst, und zwar auch dann, wenn Sie eine Zusatzversicherung haben, denn Zusatzversicherungen schliessen Schönheitsoperationen in aller Regel aus.
| Eingriff | Grundversicherung | Voraussetzung laut KLV Anhang 1 (Ausgabe 1. Juli 2026) |
|---|---|---|
| Brustrekonstruktion nach Brustkrebs | Ja | Nach medizinisch indizierter Brustamputation oder Teilentfernung |
| Angleichung der gesunden Brust | Ja | Reduktion oder Vergrösserung zur Behebung der Asymmetrie; Vergrösserung innerhalb von fünf Jahren nach Krebstherapie oder Rekonstruktion |
| Eigenfett zur Brustrekonstruktion | Ja | Ergänzend zur Rekonstruktion, durch Fachärzte für Plastische Chirurgie, höchstens drei Sitzungen |
| Eigenfett bei angeborenen, krankheits- oder unfallbedingten Defekten | Ja | Nur nach vorgängiger Kostengutsprache |
| Fettabsaugung bei Lipödem | Ja, in Evaluation bis Ende 2028 | Mindestens zwölf Monate dokumentierte konservative Therapie, interdisziplinäre Indikation, Kostengutsprache |
| Brustvergrösserung, Facelift, Nasenkorrektur aus ästhetischen Gründen | Nein | Selbstzahlung |
Zahlt die Krankenkasse eine Brustverkleinerung?
Unter Umständen ja, aber nicht automatisch. Die Brustverkleinerung bei sehr grosser Brust ist in der KLV nicht als eigene Position aufgeführt. Die Versicherer prüfen im Einzelfall, ob die Brust Krankheitswert hat, etwa wegen dokumentierter Rücken- und Nackenbeschwerden, Haltungsschäden oder wiederkehrender Hautentzündungen unter der Brust, und ob konservative Massnahmen ausgeschöpft sind. Entscheidend ist ein Gesuch um Kostengutsprache vor dem Eingriff, mit Bericht des Chirurgen, Fotos und oft einer Stellungnahme des Hausarztes oder Physiotherapeuten. Der Vertrauensarzt der Kasse entscheidet. Ohne Gutsprache vor der Operation riskieren Sie, alles selbst zu bezahlen.
Und eine Oberlidstraffung oder eine Nasenkorrektur?
Eine Oberlidstraffung wird übernommen, wenn das hängende Lid das Gesichtsfeld nachweislich einschränkt. Wie das Gesuch abläuft, beschreibt unser Artikel Oberlidstraffung: Wann zahlt die Krankenkasse?. Bei der Nase gilt eine ähnliche Logik: Die Korrektur der Nasenscheidewand bei behinderter Nasenatmung ist eine medizinische Behandlung, die ästhetische Formveränderung nicht. Bei kombinierten Eingriffen wird der Anteil oft aufgeteilt. Lassen Sie sich die Aufteilung vorab schriftlich bestätigen.
Wer zahlt, wenn nach einer Schönheitsoperation eine Komplikation auftritt?
Für die Behandlung einer Krankheit, die als Folge eines Eingriffs auftritt, etwa einer Infektion, leistet die Grundversicherung grundsätzlich, wobei Franchise und Selbstbehalt gelten. Korrekturen, die das ästhetische Ergebnis verbessern sollen, bleiben dagegen Ihre Sache. Viele Praxen regeln in der Offerte, welche Nachkorrekturen sie selbst tragen. Lesen Sie diesen Teil genau, bevor Sie unterschreiben.
Gesicht: Lider, Nase, Facelift
Ab welchem Alter lohnt sich eine Lidstraffung?
Es gibt kein festes Alter. Massgebend ist der Befund: überschüssige Haut am Oberlid, die auf die Wimpern drückt, oder Tränensäcke am Unterlid, die durch vorgewölbtes Fettgewebe entstehen. Manche Menschen haben erblich bedingt schon mit 30 schwere Lider, andere erst mit 60. Vor dem Eingriff sollte eine Augenuntersuchung erfolgen, vor allem bei trockenen Augen, denn eine zu grosszügige Straffung kann die Trockenheit verstärken. Die Erholung ist überschaubar: Schwellung und Blutergüsse klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, die Narbe wird über Monate unauffällig.
Was ist ein Deep-Plane-Facelift und für wen eignet es sich?
Beim klassischen Facelift wird vor allem die Haut und die oberflächliche Muskel-Bindegewebs-Schicht (SMAS) gestrafft. Beim Deep-Plane-Facelift löst der Chirurg die Gewebe unterhalb dieser Schicht und verschiebt Haut und SMAS gemeinsam. Ziel ist eine natürlichere, länger anhaltende Anhebung der Wangen und der Kieferlinie, ohne den «gezogenen» Eindruck. Die Technik ist anspruchsvoller und verlangt Erfahrung, weil in der Nähe der Gesichtsnervenäste gearbeitet wird. Sie eignet sich vor allem bei deutlich abgesunkenen Wangen und Hängebäckchen. Bei feiner Haut mit wenig Absenkung können kleinere Eingriffe oder Lipofilling genügen. Lassen Sie sich Fälle zeigen, die mit Ihrer Ausgangslage vergleichbar sind, und fragen Sie, wie viele Eingriffe dieser Art der Chirurg pro Jahr macht.
Wie lange hält ein Facelift?
Ein Facelift stellt die Uhr zurück, hält sie aber nicht an. Die Alterung geht weiter, nur von einem anderen Ausgangspunkt aus. Viele Chirurgen sprechen von einem Effekt, der über viele Jahre sichtbar bleibt. Wie lange genau, hängt von Hautqualität, Knochenbau, Rauchen, Sonne, Gewichtsschwankungen und der gewählten Technik ab. Ehrliche Beratung nennt keine Jahreszahl als Versprechen, sondern erklärt, was das Ergebnis beeinflusst.
Wann ist das Ergebnis einer Nasenkorrektur endgültig?
Später, als viele erwarten. Nach etwa ein bis zwei Wochen wird die Schiene entfernt, und die Nase sieht schon «normal» aus. Die Schwellung an der Nasenspitze bildet sich aber über viele Monate zurück, bei dicker Haut oft über ein Jahr. Erst dann lässt sich das Ergebnis beurteilen. Eine Korrekturoperation wird deshalb in der Regel frühestens nach einem Jahr erwogen. Wer im Sommer eine Hochzeit oder ein Fotoshooting plant, sollte das einrechnen.
Lipofilling im Gesicht: Was bringt Eigenfett?
Mit dem Alter verliert das Gesicht nicht nur Spannkraft, sondern auch Volumen, besonders an Schläfen, Wangen und um die Augen. Beim Lipofilling wird Fett an Bauch oder Oberschenkel abgesaugt, aufbereitet und in feinen Portionen eingespritzt. Ein Teil des Fetts wird vom Körper wieder abgebaut, der Rest bleibt dauerhaft. In den USA war die Fetttransplantation im Gesicht 2025 laut ASPS der Eingriff mit dem grössten Zuwachs, plus 39 Prozent. Der Trend erklärt sich auch durch die Abnehmspritzen, die das Gesicht schneller ausgezehrt wirken lassen. Lipofilling wird häufig mit einem Facelift kombiniert.
Ohrenkorrektur: Nur etwas für Kinder?
Nein. Abstehende Ohren werden oft im Schulalter korrigiert, weil Kinder darunter leiden können, doch viele Erwachsene lassen den Eingriff erst später machen. Bei der Otoplastik wird der Ohrknorpel geformt und näher an den Kopf gelegt, die Narbe liegt hinter dem Ohr. Nach der Operation wird einige Tage ein Kopfverband und danach, vor allem nachts, ein Stirnband getragen, damit die Ohren in der neuen Position bleiben. Bei Kindern kann die Grundversicherung in bestimmten Fällen leisten, wenn eine anerkannte Fehlbildung vorliegt; bei Erwachsenen ist der Eingriff in der Regel selbst zu bezahlen.
Kinn und Profil: Wann passt eine Kinnkorrektur?
Ein fliehendes Kinn lässt die Nase grösser und den Hals weniger definiert wirken. Deshalb wird bei der Planung einer Nasenkorrektur oft das ganze Profil betrachtet. Eine Kinnkorrektur kann mit einem Implantat, mit Eigenfett oder durch das Versetzen des Knochens erfolgen. Bei einer ausgeprägten Fehlstellung der Kiefer ist dagegen eine kieferchirurgische Abklärung nötig, denn dann geht es nicht nur um Ästhetik, sondern auch um den Biss. Lassen Sie sich mit Profilfotos zeigen, welche Veränderung realistisch ist.
Brust: Vergrösserung, Straffung, Verkleinerung
Wie lange halten Brustimplantate?
Moderne Silikonimplantate sind kein Verschleissteil mit festem Ablaufdatum, aber auch kein Produkt für die Ewigkeit. Ein Wechsel wird nötig, wenn Komplikationen auftreten, etwa eine Kapselfibrose, bei der sich das Gewebe um das Implantat verhärtet, ein Defekt der Hülle oder eine Verschiebung. Auch die Brust selbst verändert sich mit Schwangerschaft, Gewicht und Alter. Planen Sie regelmässige Kontrollen ein und rechnen Sie damit, dass im Lauf des Lebens ein weiterer Eingriff anfallen kann. Was den Preis einer Brustvergrösserung bestimmt, erklärt der Beitrag Was bestimmt den Preis einer Brustvergrösserung in Zürich?
Wie gross ist das Risiko eines Lymphoms durch Brustimplantate?
BIA-ALCL ist ein seltenes Lymphom, das sich meist in der Flüssigkeit oder Kapsel um das Implantat entwickelt. Swissmedic nennt in der Aktualisierung vom 20. Dezember 2024 Schätzungen von 1 Fall auf 3000 bis 30 000 Frauen mit Implantaten, wobei einzelne Studien höhere Raten zeigen. Texturierte Implantate tragen ein höheres Risiko als glatte. In der Schweiz wurden von 2012 bis Ende Juli 2024 insgesamt 21 Fälle gemeldet. Typisch ist eine deutliche, oft einseitige Schwellung der Brust Jahre nach der Operation. Wer so etwas bemerkt, sollte rasch eine ärztliche Abklärung mit Ultraschall veranlassen. Swissmedic ruft dazu auf, Verdachtsfälle zu melden.
Was ist «Breast Implant Illness»?
Unter diesem Begriff berichten manche Frauen über Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Konzentrationsstörungen oder Hautprobleme, die sie mit ihren Implantaten in Verbindung bringen. Ein eindeutiger medizinischer Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht belegt, die Beschwerden werden aber ernst genommen. Manche Frauen fühlen sich nach der Entfernung besser. Wer darüber nachdenkt, sollte die Explantation mit einem erfahrenen Chirurgen besprechen, oft verbunden mit einer Bruststraffung, damit die Brust nach dem Entfernen nicht leer und hängend wirkt.
Bruststraffung: Braucht es ein Implantat?
Nicht zwingend. Eine Bruststraffung hebt die Brustwarze an und formt das vorhandene Gewebe neu. Wenn ausreichend Volumen vorhanden ist, genügt das. Fehlt besonders im oberen Teil der Brust Fülle, kann ein kleines Implantat oder Eigenfett ergänzt werden. Die Kombination ist technisch anspruchsvoller, weil zwei gegensätzliche Ziele zusammenkommen: das Gewebe straffen und gleichzeitig Volumen hinzufügen. Manche Chirurgen trennen die Schritte deshalb in zwei Eingriffe. Die Narben verlaufen je nach Technik um den Warzenhof, senkrecht nach unten und eventuell in der Unterbrustfalte.
Kann man mit Eigenfett die Brust vergrössern?
Ja, in begrenztem Umfang. Eigenfett eignet sich für eine moderate Vergrösserung oder zur Korrektur von Asymmetrien und Konturen, setzt aber genügend Fettreserven voraus. Ein Teil des Fetts wird abgebaut, oft braucht es mehr als eine Sitzung. In der Bildgebung können später Verkalkungen sichtbar werden, die der Radiologe einordnen muss. Sagen Sie deshalb bei jeder Mammografie, dass Sie ein Lipofilling hatten.
Silhouette: Fettabsaugung, Bauch, Po
Wie viel Fett darf bei einer Fettabsaugung entfernt werden?
Die Fettabsaugung ist keine Methode zur Gewichtsabnahme, sondern zur Formkorrektur bei stabilem Gewicht. Wie viel sicher entfernt werden kann, hängt von Körpergewicht, Zahl der Zonen, Narkoseart und Überwachung ab. Grössere Mengen erhöhen das Risiko von Flüssigkeitsverschiebungen und Thrombosen und gehören in eine Klinik mit Übernachtung. Ein seriöser Chirurg legt die Grenze vor dem Eingriff fest und hält sich daran, auch wenn Sie mehr wünschen. Wichtig ist auch die Haut: Ist sie wenig elastisch, kann nach der Absaugung eine Straffung nötig werden.
Fettpolster oder Lipödem: Wo liegt der Unterschied?
Ein Lipödem ist eine Erkrankung, keine Frage der Figur. Typisch sind eine symmetrische, druckschmerzhafte Fettvermehrung an Beinen und oft Armen, eine Neigung zu Blutergüssen und ein Missverhältnis zwischen schlankem Oberkörper und breiten Beinen, das sich mit Diät und Sport kaum verändert. Die Diagnose stellt eine Fachärztin oder ein Facharzt, häufig aus der Angiologie. Für die Behandlung mit Fettabsaugung gelten in der Schweiz eigene Regeln, die in der KLV festgelegt sind: Die Grundversicherung leistet nur, wenn mindestens zwölf Monate konsequente Kompression und Lymphdrainage die Schmerzen nicht genügend gelindert haben, nach interdisziplinärer Indikation und vorgängiger Kostengutsprache. Die Details erklärt der Beitrag Lipödem: Wann bezahlt die Krankenkasse die Fettabsaugung?. Eine ästhetische Fettabsaugung an Reiterhosen ist dagegen immer Selbstzahlung.
Wann ist eine Bauchdeckenstraffung sinnvoll?
Wenn nicht nur Fett, sondern überschüssige Haut und auseinandergewichene gerade Bauchmuskeln das Problem sind, typischerweise nach Schwangerschaften oder starker Gewichtsabnahme. Die Abdominoplastik entfernt die Haut zwischen Nabel und Schamhaarlinie, rafft die Muskulatur und versetzt den Nabel. Die Narbe liegt tief und verläuft quer über den Unterbauch. Die Erholung dauert länger als bei einer Fettabsaugung; Kompressionswäsche, Thromboseprophylaxe und mehrere Wochen ohne schweres Heben gehören dazu. Wer noch Kinder möchte, sollte warten, denn eine weitere Schwangerschaft kann das Ergebnis wieder dehnen.
Ist ein Brazilian Butt Lift in der Schweiz erlaubt?
Ja. Der Brazilian Butt Lift, also die Vergrösserung des Gesässes mit Eigenfett, ist nicht verboten, gilt aber als Eingriff mit einem besonderen Risiko: der Fettembolie, wenn Fett in die grossen Venen unter dem Gesässmuskel gelangt. Internationale Fachgesellschaften empfehlen deshalb, das Fett nur unter die Haut und nicht in den Muskel zu spritzen. Einige Chirurgen kontrollieren die Lage der Kanüle mit Ultraschall. Welche Sicherheitsregeln sich etabliert haben, beschreibt der Artikel Wie sicher ist ein Brazilian Butt Lift?. Fragen Sie in jeder Beratung ausdrücklich, in welcher Schicht injiziert wird.
Oberarmstraffung: Lohnt sich die lange Narbe?
Bei der Oberarmstraffung wird überschüssige Haut an der Innenseite des Oberarms entfernt. Die Narbe verläuft entlang der Innenseite, oft vom Ellbogen bis zur Achsel, und ist bei erhobenem Arm sichtbar. Für Menschen mit deutlich hängender Haut nach starker Gewichtsabnahme überwiegt der Gewinn meist, weil Kleider wieder passen und die Haut nicht mehr reibt. Bei wenig Hautüberschuss kann eine Fettabsaugung allein genügen. Die Entscheidung hängt also davon ab, ob das Problem vor allem Fett oder vor allem Haut ist, und davon, wie Sie eine sichtbare Narbe gegen das Ergebnis abwägen.
Wie sieht die Narbe nach einer Körperoperation aus?
Jede Operation hinterlässt eine Narbe. Wie sie wird, hängt von Veranlagung, Hautspannung, Lage, Wundheilung und Pflege ab. In den ersten Monaten ist sie oft gerötet und erhaben, danach wird sie flacher und heller. Rauchen, Sonne und Zug auf der Wunde verschlechtern das Ergebnis. Konkrete Tipps zur Pflege im ersten Jahr finden Sie im Beitrag Wie pflegt man Narben nach einer Schönheitsoperation richtig?
Abnehmspritzen und Schönheitschirurgie
Medikamente mit Semaglutid oder Tirzepatid haben die Behandlung von Übergewicht verändert, und damit auch die plastische Chirurgie. In der Schweiz sind Wegovy seit dem 1. März 2024 und Mounjaro seit dem 1. Januar 2026 auf der Spezialitätenliste, mit engen Vergütungsbedingungen. Viele Menschen verlieren innerhalb weniger Monate deutlich an Gewicht. Die Haut kommt nicht immer mit.
Was ist ein «Ozempic-Gesicht»?
Der Begriff beschreibt ein Gesicht, das nach rascher Gewichtsabnahme eingefallen und älter wirkt, weil auch das Fettgewebe an Wangen, Schläfen und um den Mund schwindet. Es ist kein medizinischer Fachbegriff und kein spezifischer Effekt eines Medikaments, sondern die Folge des Gewichtsverlusts selbst. Je nach Ausprägung helfen Filler, Lipofilling oder bei deutlich hängender Haut ein Facelift. Das ASPS berichtet für 2025 von mehr Facelifts, Halsstraffungen und Fetttransplantationen im Gesicht.
Wann darf man nach einer Abnehmspritze operiert werden?
Zwei Punkte sind entscheidend. Erstens sollte das Gewicht stabil sein, meist über einige Monate, denn wer nach einer Straffung weiter abnimmt, verliert einen Teil des Ergebnisses. Zweitens verlangsamen diese Medikamente die Magenentleerung. Das ist für die Narkose relevant, weil ein nicht leerer Magen das Risiko erhöht, dass Mageninhalt in die Lunge gelangt. Anästhesie-Fachgesellschaften haben deshalb Empfehlungen zum Umgang mit diesen Medikamenten vor Eingriffen veröffentlicht. Ob und wie lange Sie pausieren oder eine Flüssigkostphase einhalten, legt Ihr Anästhesieteam fest. Sagen Sie bei jeder Voruntersuchung, ob und welches Präparat Sie nehmen, auch wenn Sie es online bestellt haben.
Welche Straffungen werden nach grosser Gewichtsabnahme gemacht?
Am häufigsten Bauchdeckenstraffung, Bruststraffung, Oberarmstraffung und Oberschenkelstraffung, bei sehr viel Hautüberschuss auch ein zirkulärer Body Lift. Oft werden die Eingriffe in mehreren Etappen geplant, um Narkosedauer und Wundflächen zu begrenzen. Wer vorher eine Magenoperation hatte, braucht eine Kontrolle der Vitamin- und Eiweisswerte, weil Mangelzustände die Wundheilung stören. Mehr zur Chirurgie nach Gewichtsverlust lesen Sie im Ratgeber Körperchirurgie.
Männer in der Schönheitschirurgie
Laut der ISAPS-Erhebung für 2025 entfallen weltweit 85,6 Prozent der chirurgischen Eingriffe auf Frauen. Der Anteil der Männer ist also klein, aber stabil, und ihre Wünsche unterscheiden sich deutlich. Männer kommen häufiger wegen einer vergrösserten Brustdrüse, schwerer Oberlider, Tränensäcken, einer Nasenkorrektur, einer Fettabsaugung an Bauch und Flanken oder wegen Haarausfall.
Was hilft bei einer «Männerbrust»?
Bei einer echten Gynäkomastie ist Drüsengewebe vergrössert, bei einer Pseudogynäkomastie vor allem Fett. Vor einer Operation sollte ein Arzt hormonelle Ursachen, Medikamente oder Anabolika als Auslöser ausschliessen, besonders wenn die Vergrösserung neu oder einseitig ist. Die Operation kombiniert meist eine Fettabsaugung mit der Entfernung des Drüsenkörpers über einen kleinen Schnitt am Rand des Warzenhofs. Die Grundversicherung übernimmt den Eingriff nur ausnahmsweise, wenn Krankheitswert besteht, und nur nach vorgängiger Kostengutsprache.
Sind die Ergebnisse bei Männern anders?
Die Haut von Männern ist oft dicker und stärker durchblutet. Das kann bei der Nase die Feinheit der Spitze begrenzen und bei Gesichtseingriffen die Blutungsneigung erhöhen. Zudem soll das Ergebnis bei Männern meist besonders unauffällig sein: ein Facelift darf die Kieferlinie nicht weich machen, eine Lidstraffung den Blick nicht feminisieren. Fragen Sie Ihren Chirurgen gezielt nach Erfahrungen mit männlichen Patienten und lassen Sie sich Beispiele zeigen.
Risiken und Warnzeichen nach der Operation
Jeder Eingriff kann Komplikationen haben, auch in der besten Klinik. Entscheidend ist, sie früh zu erkennen. Die folgende Übersicht nennt typische Risiken und Warnzeichen, bei denen Sie Ihren Chirurgen sofort kontaktieren sollten. Sie ersetzt nicht die Aufklärung, die Sie vor Ihrem Eingriff erhalten.
| Eingriff | Typische Risiken | Warnzeichen, bei denen Sie anrufen sollten |
|---|---|---|
| Lidstraffung | Trockene Augen, Asymmetrie, selten ein nach aussen gezogenes Unterlid | Zunehmende Schmerzen im Auge, Sehstörung, stark zunehmende Schwellung einer Seite |
| Nasenkorrektur | Nachblutung, Atembehinderung, Unregelmässigkeiten am Nasenrücken | Anhaltendes Nasenbluten, Fieber, starke einseitige Schmerzen |
| Facelift | Bluterguss unter der Haut, vorübergehende Nervenschwäche, Narbenverbreiterung | Rasch zunehmende, gespannte Schwellung einer Gesichtshälfte |
| Brustimplantate | Kapselfibrose, Bluterguss, Infektion, Verschiebung, selten BIA-ALCL | Rötung, Fieber, plötzliche einseitige Schwellung, auch Jahre später |
| Fettabsaugung | Dellen, Serome, Thrombose, Gefühlsstörungen der Haut | Atemnot, einseitig geschwollenes Bein, Fieber |
| Bauchdeckenstraffung | Wundheilungsstörung am Narbenrand, Serom, Thrombose | Dunkle Verfärbung der Haut, übelriechende Wunde, Atemnot |
Wie hoch ist das Thromboserisiko nach einer Schönheitsoperation?
Es hängt von der Dauer und Art des Eingriffs und von persönlichen Faktoren ab: Alter, Übergewicht, hormonelle Verhütung, frühere Thrombosen, Rauchen und lange Reisen. Bei grösseren Körperoperationen wie Bauchdeckenstraffung oder Body Lift gehört eine Thromboseprophylaxe mit Spritzen, Kompressionsstrümpfen und frühem Aufstehen zum Standard. Ihr Chirurg sollte Ihr individuelles Risiko vor dem Eingriff bewerten und Ihnen sagen, welche Massnahmen wie lange nötig sind.
Was ist eine Kapselfibrose?
Jedes Implantat wird vom Körper mit einer dünnen Bindegewebskapsel umgeben. Bei einer Kapselfibrose verdickt und verhärtet sich diese Kapsel, die Brust wird fester, kann sich verformen und schmerzen. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für einen Implantatwechsel. Die Behandlung besteht meist in der Entfernung der Kapsel und einem Wechsel des Implantats. Wie gross Ihr Risiko ist, hängt unter anderem von der Lage des Implantats und von früheren Komplikationen ab.
Wann ist eine Schwellung normal und wann nicht?
Schwellungen sind nach jeder Operation normal und nehmen in den ersten zwei bis drei Tagen oft noch zu. Beunruhigend ist eine Schwellung, die nur eine Seite betrifft, plötzlich stark zunimmt, gespannt und schmerzhaft ist oder mit Fieber einhergeht. Das kann auf eine Nachblutung oder Infektion hindeuten. Fotografieren Sie die Stelle und melden Sie sich beim Operateur. Wer in der Schweiz operiert wurde, kann in solchen Fällen meist noch am selben Tag untersucht werden, ein praktischer Vorteil der kurzen Wege.
Eine zweite Meinung zum Vergleich? Wenn Sie bereits eine Offerte aus der Schweiz haben, können Sie eine kostenlose, persönliche Offerte für denselben Eingriff in Tunesien anfordern. Sie erhalten sie innert 48 Stunden, mit dem Namen des Chirurgen und der Liste der enthaltenen Leistungen.
Von der ersten Beratung bis zur Nachsorge
Wie viele Beratungen braucht es vor einer Schönheitsoperation?
Mindestens eine ausführliche Sprechstunde mit Untersuchung, bei grösseren Eingriffen oft zwei. In der ersten werden Wünsche, Befund, Möglichkeiten, Grenzen und Risiken besprochen, in der zweiten die Details: Implantatgrösse, Narbenverlauf, Narkose, Termine. Gute Chirurgen fragen auch nach Ihren Beweggründen und raten von einem Eingriff ab, wenn die Erwartungen nicht erfüllbar sind. Bei Hinweisen auf eine körperdysmorphe Störung, also eine übermässige Beschäftigung mit einem vermeintlichen Makel, ist Zurückhaltung angebracht.
Wie viel Bedenkzeit sollte man sich nehmen?
Ein fixes gesetzliches Minimum gibt es in der Schweiz nicht, aber die ärztliche Aufklärungspflicht verlangt, dass Sie genug Zeit für eine freie Entscheidung haben. Bei ästhetischen Eingriffen ohne medizinische Dringlichkeit gilt die Faustregel: je grösser der Eingriff, desto mehr Zeit zwischen Aufklärung und Operation. Mehrere Tage bis Wochen sind üblich. Eine Unterschrift am Tag der ersten Beratung ist ein schlechtes Zeichen, egal wie günstig das Angebot wirkt.
Was gehört in ein gutes Aufklärungsgespräch?
Ein Aufklärungsgespräch ist mehr als ein unterschriebenes Formular. Es sollte erklären, was genau gemacht wird, welche Alternativen es gibt, auch die Möglichkeit, nichts zu tun, welche häufigen und welche seltenen, aber schweren Risiken bestehen, wie die Erholung verläuft und was im Fall einer Komplikation geschieht. Sie sollten das Formular vorab mitnehmen und zu Hause lesen können. Notieren Sie Ihre Fragen und nehmen Sie, wenn möglich, eine Vertrauensperson mit. Bei Implantaten gehören Angaben zum Produkt, zur Lebensdauer und zu späteren Kontrollen dazu. Wer nach dem Gespräch nicht erklären kann, was mit ihm geschieht, sollte nachfragen, bevor er einwilligt.
Welche Voruntersuchungen sind nötig?
Das hängt vom Eingriff und vom Gesundheitszustand ab. Üblich sind Blutwerte, bei älteren Personen oder Vorerkrankungen ein EKG, vor Brustoperationen je nach Alter und familiärer Belastung eine Brustbildgebung. Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, müssen besprochen werden, ebenso Nahrungsergänzungsmittel. Rauchen erhöht das Risiko von Wundheilungsstörungen deutlich; die meisten Chirurgen verlangen einen Rauchstopp einige Wochen vor und nach der Operation.
Was kostet eine Schönheitsoperation in der Schweiz?
Seriöse Praxen nennen einen verbindlichen Betrag erst nach der Untersuchung. Den Preis bestimmen das Honorar des Chirurgen, die Narkose, der Operationssaal, die Übernachtung, Implantate oder Material, Kompressionswäsche, Kontrollen und die Regelung allfälliger Korrekturen. Zürich, Genf und Zug liegen eher am oberen Ende, die Unterschiede zwischen Praxen sind gross. Vergleichen Sie Offerten deshalb nicht nach der Endsumme, sondern nach der Leistungsliste. Medespoir veröffentlicht auf der Seite Tarife keine Festpreise, sondern das relative Kostenniveau: In Tunesien liegt es zur Orientierung etwa 60 Prozent unter dem Schweizer Niveau, indikativ und nicht vertraglich.
Wie wird die Nachsorge in der Schweiz organisiert?
Wer in der Schweiz operiert wird, hat einen klaren Vorteil: Die Kontrollen finden beim Operateur statt, meist nach einigen Tagen, nach einigen Wochen und nach einigen Monaten. Bei Fragen ist die Praxis telefonisch erreichbar, bei Komplikationen sind die Wege kurz. Klären Sie trotzdem vorab, wen Sie nachts oder am Wochenende anrufen, ob die Kontrollen im Preis enthalten sind und was eine allfällige Nachkorrektur kostet.
Schweiz, Tunesien oder Türkei: was sich konkret ändert
Viele Menschen aus der Deutschschweiz holen heute mehrere Offerten ein, auch aus dem Ausland. Der Preisunterschied ist der offensichtlichste Grund. Weniger offensichtlich sind die Unterschiede bei Nachsorge, Sprache, Aufenthalt und Rechtslage. Die folgende Tabelle stellt sie nebeneinander.
| Kriterium | Operation in der Schweiz | Operation in Tunesien über Medespoir | Operation in der Türkei |
|---|---|---|---|
| Kostenniveau | Referenz | Etwa 60 Prozent tiefer, indikativ und nicht vertraglich | Ebenfalls deutlich tiefer als in der Schweiz; die Offerte nennt die genauen Beträge und ob der Eingriff dort möglich ist |
| Krankenkasse | Nur bei medizinischer Indikation mit Gutsprache | Rein ästhetische Eingriffe: keine Leistung, wie in der Schweiz | Wie Tunesien |
| Sprache | Deutsch | Französisch in Beratung und Dokumenten; Unterstützung bei der Verständigung | Je nach Klinik Englisch oder Übersetzung |
| Aufenthalt | Termine am Wohnort | Je nach Eingriff etwa 5 bis 10 Tage vor Ort, mit Hotel und Begleitperson | Je nach Eingriff mehrere Tage |
| Nachsorge | Beim Operateur, kurze Wege | Kontrollen vor Ort, danach Nachsorge aus der Ferne; Kontrollen in der Schweiz auf eigene Kosten | Vor Ort, danach aus der Ferne |
| Anreise | Keine | Direktflüge ab Genf und Basel-Mulhouse, etwa zwei Stunden; ab Zürich je nach Saison mit oder ohne Umsteigen | Flug nach Istanbul |
Was ist im Tunesien-Paket von Medespoir enthalten?
Die Pauschale umfasst die Voruntersuchungen vor Ort, den Eingriff mit dem gesamten Team aus Chirurg, Anästhesist und Operationsassistenz, den Operationssaal, den Klinikaufenthalt, Implantate mit Implantatausweis, Kompressionswäsche, die täglichen Pflegeleistungen im Hotel, die Abschlusskontrolle mit Entlassung, den Operationsbericht, das Hotel mit Vollpension für Sie und eine Begleitperson, alle Transfers sowie die Nachsorge aus der Ferne nach Ihrer Rückkehr in die Schweiz. Selbst bezahlen Sie den Flug, persönliche Ausgaben, eine freiwillige Verlängerung, Behandlungen in der Schweiz nach der Rückkehr, eine empfohlene Reiseversicherung und Bankgebühren.
Wann ist eine Operation in der Schweiz die bessere Wahl?
Wenn die Krankenkasse einen Teil übernehmen könnte, etwa bei einer Brustverkleinerung mit Krankheitswert, einer Oberlidstraffung mit Gesichtsfeldeinschränkung oder einer Rekonstruktion: Die Kostengutsprache gilt für die Behandlung in der Schweiz, geplante Behandlungen im Ausland vergütet die Grundversicherung nicht. Auch bei komplexen Vorerkrankungen, bei Revisionsoperationen nach mehreren Voreingriffen oder wenn Sie Wert auf persönliche Kontrollen beim Operateur legen, spricht viel für die Schweiz. Und schliesslich, wenn Sie sich mit einer Reise kurz nach der Operation nicht wohlfühlen.
Wann kann sich ein Vergleich mit dem Ausland lohnen?
Bei rein ästhetischen, gut planbaren Eingriffen, bei stabiler Gesundheit, wenn Sie die Aufenthaltsdauer einhalten können und die Nachsorge in der Schweiz vorab geklärt ist. Wie der Aufenthalt in Tunesien abläuft, beschreibt die Seite Ihr Aufenthalt, die Chirurgen stellt die Seite Unsere Chirurgen vor. Wichtig ist, dass Sie vor der Reise wissen, wer der Operateur ist, welche Implantate verwendet werden und wie Sie nach der Rückkehr erreichbar betreut werden.
Checkliste für die Wahl
Egal, ob Sie in Zürich, St. Gallen, im Ausland oder an mehreren Orten Offerten einholen, diese Fragen sollten beantwortet sein, bevor Sie unterschreiben:
- Wer operiert? Name, Facharzttitel, Eintrag im Register, Erfahrung mit genau diesem Eingriff.
- Wo wird operiert? Spital, Privatklinik oder Praxis-OP; Überwachung danach; Vorgehen im Notfall.
- Wer macht die Narkose? Facharzt für Anästhesiologie oder nicht; Art der Narkose.
- Welches Material? Hersteller und Modell des Implantats, Implantatausweis, Herstellergarantie.
- Was ist im Preis enthalten? Voruntersuchungen, Material, Kompression, Kontrollen, Korrekturen.
- Wie läuft die Nachsorge? Termine, Erreichbarkeit, Vorgehen bei Komplikationen, Kosten.
- Welche Risiken betreffen mich persönlich? Rauchen, Medikamente, Vorerkrankungen, Abnehmspritzen.
- Ist das Ziel realistisch? Lassen Sie sich vergleichbare Ergebnisse zeigen und Grenzen erklären.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Eingriffen finden Sie in den Ratgebern Gesichtschirurgie und Brustchirurgie.
Kostenlose Offerte anfordern: Schicken Sie Ihre Fragen und, falls vorhanden, Ihre Schweizer Offerte. Medespoir erstellt innert 48 Stunden eine persönliche, unverbindliche Offerte mit dem Namen des Chirurgen, den enthaltenen Leistungen und der empfohlenen Aufenthaltsdauer.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter darf man sich in der Schweiz ästhetisch operieren lassen?
Volljährige entscheiden selbst. Bei Minderjährigen sind rein ästhetische Eingriffe die Ausnahme und verlangen neben der Zustimmung der Eltern eine besonders sorgfältige Abklärung der Urteilsfähigkeit und der Beweggründe. Anliegende Ohren bei Kindern sind ein Sonderfall, der oft früher korrigiert wird.
Kann ich mehrere Eingriffe in einer Operation kombinieren?
Häufig ja, etwa Brust und Bauch nach Schwangerschaften. Die Grenze setzen Narkosedauer, Blutverlust und Ihr Gesundheitszustand. Lange Kombinationen erhöhen das Risiko von Thrombosen und Komplikationen. Ihr Chirurg und der Anästhesist entscheiden gemeinsam.
Muss ich nach einer Brustvergrösserung zur Mammografie?
Die Vorsorge richtet sich nach Ihrem Alter und Risiko, nicht nach dem Implantat. Implantate können die Untersuchung erschweren, deshalb sollten Sie sie immer angeben. Ultraschall und MRI ergänzen die Mammografie, wenn nötig.
Wie früh vor einem Anlass sollte man operieren?
Bei kleinen Eingriffen wie einer Lidstraffung reichen oft zwei bis drei Wochen bis zur gesellschaftlichen Erholung. Bei Nasenkorrektur, Facelift oder Körperoperationen sollten Sie mehrere Monate Abstand einplanen, weil Schwellungen lange brauchen.
Darf ich nach einer Schönheitsoperation fliegen?
Nach kleineren Eingriffen meist nach wenigen Tagen, nach grösseren erst nach Freigabe durch den Chirurgen und mit Thromboseprophylaxe. Wer in der Schweiz operiert wird, umgeht diese Frage, wer im Ausland operiert wird, plant den Rückflug von Anfang an mit ein.
Sind Implantate aus den USA und Europa dieselben?
Viele Hersteller verkaufen weltweit, aber nicht jedes Modell ist in jedem Land zugelassen. In der Schweiz gelten die Regeln der Medizinprodukteverordnung. Fragen Sie nach Hersteller, Modell und Zulassung, und lassen Sie sich den Implantatausweis aushändigen.
Kann ich eine Schönheitsoperation von den Steuern abziehen?
Rein ästhetische Eingriffe gelten in der Regel nicht als abzugsfähige Krankheitskosten. Bei medizinisch begründeten Eingriffen, die Sie selbst bezahlen, kann ein Abzug möglich sein. Klären Sie das mit dem Steueramt Ihres Kantons.
Was tun, wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin?
Geben Sie dem Ergebnis die nötige Zeit, denn Schwellungen verfälschen den Eindruck oft monatelang. Sprechen Sie dann offen mit Ihrem Chirurgen. Viele Unregelmässigkeiten lassen sich nach Abschluss der Heilung mit einem kleinen Eingriff verbessern. Was gilt, sollte in der Offerte stehen.
Gibt es eine Schweizer Fachgesellschaft für plastische Chirurgie?
Ja, die Schweizerische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (Swiss Plastic Surgery). Eine Mitgliedschaft ist ein zusätzlicher Hinweis, ersetzt aber nicht die Prüfung von Titel und Erfahrung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich vor jedem Eingriff persönlich untersuchen und aufklären.
Quellen
- ISAPS, Global Survey 2024, Medienmitteilung vom 19. Juni 2025, und Global Survey 2025, Medienmitteilung vom 29. September 2026: isaps.org (Global Statistics); kyodonewsprwire.jp/release/202609296911
- American Society of Plastic Surgeons, Plastic Surgery Statistics 2024 und 2025: plasticsurgery.org/stats2025
- Swissmedic, Aktualisierte Informationen zu BIA-ALCL, 20. Dezember 2024: swissmedic.ch
- Swissmedic, swissdamed: Registrierungspflicht für Medizinprodukte ab 1. Juli 2026: swissmedic.ch
- Bundesamt für Gesundheit, Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), Anhang 1, Ausgabe vom 1. Juli 2026, Kapitel 1.6 Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie: bag.admin.ch/ref
- Schweizerischer Verband der Ernährungsberater/innen und Allianz Adipositas Schweiz, Positionspapier Wegovy und Mounjaro, 31. Januar 2026 (Daten der Aufnahme in die Spezialitätenliste)
- Medespoir, Tarife und Aufenthalt: medespoir.ch/de/tarife.php, medespoir.ch/de/aufenthalt.php